Lymphdrüsenkrebs – was bedeutet die Diagnose für mich?

Maligne Lymphome, umgangssprachlich auch Lymphdrüsenkrebs genannt, sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Sie gehen von bestimmten weißen Blutkörperchen aus, den Lymphozyten. Zum lymphatischen System gehören unter anderem die Lymphknoten, die Mandeln und die Milz. Lymphatisches Gewebe findet sich aber auch an anderen Stellen im Körper, etwa im Magen, im Darm oder in der Haut.

Fachleute unterscheiden Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome. Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten 2022 in Deutschland etwa 17.930 Menschen an einem Non-Hodgkin-Lymphom und rund 2.450 Menschen an einem Hodgkin-Lymphom. Non-Hodgkin-Lymphome betreffen vor allem ältere Menschen: Frauen waren bei der Diagnose im Mittel 73 Jahre, Männer 71 Jahre alt. Das Hodgkin-Lymphom tritt dagegen relativ häufig schon im jungen und mittleren Erwachsenenalter auf.

Eine onkologische Rehabilitation kann Ihnen helfen, sich nach der Behandlung zu erholen.

Nach einer Chemotherapie, Strahlentherapie oder Stammzelltransplantation bieten wir Ihnen eine Anschlussheilbehandlung (AHB) oder eine onkologische Rehabilitation an. Wir behandeln nach einem ganzheitlichen Konzept, das körperliche, geistige und seelische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Einen Anspruch auf Rehabilitationsleistungen haben fast alle Krebspatientinnen und Krebspatienten.

Bewegungstherapie und Physiotherapie

Unsere Krankengymnastik sowie die Bäder- und Massageabteilung behandeln körperliche Defizite, Funktionseinschränkungen und Konditionsmangel gezielt. Ziel ist es, Ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen. Die Behandlung von Fatigue ist dabei ein fester Bestandteil.

Ergotherapie

In der Ergotherapie behandeln wir gezielt Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit nach einer Chemotherapie, etwa bei Konzentration und Gedächtnis. Ebenso behandeln wir Störungen von Sensibilität und Motorik bei einer chemotherapiebedingten Polyneuropathie.

Psychoonkologische Betreuung

Onkologisch erfahrene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten begleiten Sie in Einzel- und Gruppentherapien. Ziel ist es, die Erfahrung der Erkrankung zu verarbeiten und verloren gegangenes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen. In Einzelgesprächen ist Raum, neben der Krebsdiagnose auch persönliche Themen aus Ihrer Lebensgeschichte anzusprechen. Ergänzend bieten wir Entspannungsverfahren an.

Ernährungstherapie

In der Ernährungstherapie berücksichtigen wir Ihre individuelle Krankheitssituation, mögliche Nebenerkrankungen und Ihre Medikamente. Wir bieten verschiedene Formen einer vollwertigen Ernährung und Vitalkost sowie alle medizinisch erforderlichen Diäten an. Darüber hinaus können Sie in unserem Haus die ayurvedische Ernährung kennenlernen.

Naturheilkunde und komplementäre Verfahren

Auf Wunsch beziehen wir ausgewählte naturheilkundliche Verfahren indikationsbezogen in Ihre Behandlung ein. Bei nachgewiesenen Defiziten gleichen wir Vitamine und Spurenelemente gezielt aus (orthomolekulare Therapie). Von Verfahren, die das Immunsystem unspezifisch anregen, etwa einer Thymus- oder Misteltherapie, raten wir bei Lymphomen und Leukämien ab, da ein Wachstumsreiz auf die Krebszellen nicht ausgeschlossen werden kann.

Spirituelles und kreatives Angebot

Viele Menschen stellen sich nach einer Krebsdiagnose Fragen nach dem Sinn. Auf freiwilliger Basis können Sie an Meditationen, sakralem Tanz und gemeinsamem Singen teilnehmen. Diese Angebote sind nicht konfessionell gebunden. Ergänzend steht Ihnen unser kreatives Angebot offen.

Schmerztherapie und palliative Begleitung

Die Behandlung von Schmerzen ist unserem Ärzte- und Therapeutenteam ein besonderes Anliegen. Auch mit einer fortgeschrittenen Erkrankung sind Sie bei uns in jeder Phase willkommen. Medizinisch notwendige Diagnostik und Therapien können jederzeit durchgeführt werden.

Salutogenese

Unsere Therapiekonzepte sind individuell gestaltet und orientieren sich am Prinzip der Salutogenese. Im Mittelpunkt steht die Stärkung Ihrer eigenen Ressourcen.

Aufnahme

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Aufnahme und Kostenübernahme für Ihren Aufenthalt in der Habichtswald Reha-Klinik in Kassel.

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Ansprechpartner

Team Aufnahmebüro als Beratung für Reha Psychosomatik und Onkologie in Kassel

Das Team unserer Patientenverwaltung in der Habichtswald Reha-Klinik in Kassel berät Sie kompetent und persönlich zu Fragen bezüglich Aufnahme, Kostenübernahme oder Ihrem Aufenthalt.

Sie erreichen uns telefonisch : 0561 / 3108 - 700

Mo. - Do. 8:00 - 16:00 und Fr. 8:00 -14:00

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Reha bei Lymphomen: Kurzaufenthalte und AHB nach Stammzelltransplantation

Kurzaufenthalte zwischen den Therapiezyklen

Neben der klassischen Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung bieten wir Menschen mit malignen Lymphomen in Absprache mit den Akutkliniken auch Kurzaufenthalte an, die auf das jeweilige Therapieschema abgestimmt sind. So können Sie sich zwischen den Therapiezyklen erholen. Da eine enge Abstimmung mit Ihrem behandelnden Zentrum erforderlich ist, sprechen Sie dieses Angebot bitte individuell mit unserem Aufnahmearzt ab.

Anschlussheilbehandlung nach Stammzelltransplantation

Wenn Sie nach einer Hochdosischemotherapie mit autologer oder allogener Stammzelltransplantation zu uns kommen, betreut Sie ein speziell geschultes Ärzte- und Therapeutenteam. Zunächst behandeln unsere Therapeutinnen und Therapeuten Sie auf der Station in Einzeltherapie, zum Beispiel mit Atemgymnastik, muskel- und konditionsaufbauenden Übungen und auf Wunsch psychologischer Betreuung. Später nehmen Sie auch an den Angeboten in den Therapieabteilungen teil.

Sie erhalten eine ausgewogene vollwertige Kost, die die besonderen Anforderungen nach einer Transplantation berücksichtigt. Bei Fragen berät Sie unsere Ernährungsberatung persönlich.

Maligne Lymphome verstehen: Formen, Symptome und Therapie

Maligne Lymphome sind keine einheitliche Erkrankung, sondern eine Gruppe verschiedener Krebsarten des lymphatischen Systems. Für Behandlung und Prognose ist es entscheidend, die genaue Lymphomart zu kennen.

Formen maligner Lymphome

  • Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin): Es ist durch typische Riesenzellen, die Hodgkin- oder Reed-Sternberg-Zellen, gekennzeichnet und tritt relativ häufig schon bei jüngeren Erwachsenen auf.
  • Non-Hodgkin-Lymphome: Unter diesem Begriff werden alle anderen Lymphome zusammengefasst. Sie gehen zu etwa 90 Prozent von B-Lymphozyten und zu etwa 10 Prozent von T-Lymphozyten aus.
  • Indolente Lymphome: Diese Non-Hodgkin-Lymphome wachsen langsam und machen oft über Jahre kaum Beschwerden.
  • Aggressive Lymphome: Sie wachsen schnell, sprechen aber oft gut auf die Therapie an. Die häufigste Form ist das diffus großzellige B-Zell-Lymphom.

Ursachen und Risikofaktoren

Für die Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome lassen sich keine allgemein gültigen Risikofaktoren benennen. Das Risiko für Lymphome kann jedoch erhöht sein durch:

  • eine angeborene oder erworbene Immunschwäche, zum Beispiel durch eine HIV-Infektion
  • radioaktive Strahlung oder eine frühere Chemotherapie
  • einige seltene Autoimmunerkrankungen

Beim Hodgkin-Lymphom können Epstein-Barr-Viren, die Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers, an der Entstehung beteiligt sein.

Symptome und Beschwerden

Das häufigste Anzeichen sind schmerzlose, anhaltend geschwollene Lymphknoten, etwa am Hals, in der Achsel oder in der Leiste. Weitere mögliche Beschwerden sind:

  • B-Symptome: Fieber über 38 °C ohne erkennbare Ursache, starker Nachtschweiß und ein ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent in sechs Monaten
  • Allgemeinbeschwerden: Müdigkeit, Leistungsschwäche und Juckreiz
  • Beschwerden je nach Lage: Bei Lymphknoten im Brustraum können zum Beispiel Reizhusten oder Atemnot auftreten.

Nicht jede Lymphknotenschwellung ist ein Lymphom: Lymphknoten schwellen auch bei Entzündungen oder Infektionen vorübergehend an. Bleibt eine Schwellung über mehrere Wochen bestehen, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Lymphomart und dem Stadium der Erkrankung:

  • Hodgkin-Lymphom: Betroffene erhalten eine Chemotherapie und gegebenenfalls eine Bestrahlung. Die meisten können damit dauerhaft geheilt werden.
  • Aggressive Non-Hodgkin-Lymphome: Sie werden meist mit einer Kombinationschemotherapie behandelt, bei vielen Formen ergänzt durch einen Antikörper wie Rituximab.
  • Indolente Non-Hodgkin-Lymphome: In frühen Stadien ist die Strahlentherapie eine wichtige Behandlung. In fortgeschrittenen Stadien wird häufig zunächst abgewartet und der Verlauf regelmäßig kontrolliert („Watch and Wait“).
  • Weitere Verfahren: Je nach Situation kommen auch eine Stammzelltransplantation oder bei bestimmten Lymphomformen eine CAR-T-Zell-Therapie infrage.

Nachsorge und Spätfolgen

Auch nach erfolgreicher Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, denn Spätfolgen der Therapie können sich noch Jahre später bemerkbar machen. Nach einem Hodgkin-Lymphom wird eine langfristige Nachsorge empfohlen, bei der auch auf die allgemeine Krebsfrüherkennung geachtet wird, da die Behandlung das Risiko für weitere Krebserkrankungen erhöhen kann.

Quellen: Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut; gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem Krebsinformationsdienst des DKFZ); ONKO-Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft; Kompetenznetz Maligne Lymphome (lymphome.de).

Ärzte der Habichtswald Reha-Klinik