Der Begriff Leukämie bezeichnet verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die umgangssprachlich als Blutkrebs bezeichnet werden. Alle Leukämien haben die Bildung von bösartigen Blutkörperchen gemeinsam. Anders als gesunde weiße Blutkörperchen (Leukozyten) vermehren sich die Leukämiezellen unkontrolliert und verdrängen die gesunde Blutbildung im Knochenmark. In Österreich erkranken knapp über 1.000 Menschen jährlich an einer Form von Leukämie.
Es existieren diverse Variationen von Blutkrebs, auch als Leukämien bekannt. Hierzu zählen akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphatische Leukämie (ALL), chronische myeloische Leukämie (CML), chronische lymphatische Leukämie (CLL) und seltene Varianten.
Leukämien sind durch unkontrollierte Vermehrung weißer Blutkörperchen im Blut und Knochenmark gekennzeichnet. Die verschiedenen Formen basieren auf der Art der betroffenen weißen Blutkörperchen: akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphatische Leukämie (ALL), chronische myeloische Leukämie (CML) und chronische lymphatische Leukämie (CLL).
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Der Begriff Leukämie bezeichnet verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die umgangssprachlich als Blutkrebs bezeichnet werden. Alle Leukämien haben die Bildung von bösartigen Blutkörperchen gemeinsam. Anders als gesunde weiße Blutkörperchen (Leukozyten) vermehren sich die Leukämiezellen unkontrolliert und verdrängen die gesunde Blutbildung im Knochenmark.
Man unterscheidet prinzipiell akute und chronische Leukämien. Jede dieser beiden Formen unterscheidet man weiter nach der Art der zugrundeliegenden weißen Blutkörperchen in myeloische und lymphatische Leukämien.
Akute Lymphatische Leukämie (ALL): Diese Art der Leukämie tritt grundsätzlich eher selten auf, ist aber mit 80 Prozent die häufigste Form bei Kindern und Jugendlichen. Da die Erkrankung auch die Hirnhäute betreffen kann, ist eine komplexe Therapie erforderlich.
Akute Myeloische Leukämie (AML): Die AML ist die häufigste Form akuter Leukämien bei Erwachsenen, bei der eine frühe Vorstufe einer myeloischen Zelle entartet und sich unkontrolliert vermehrt.
Chronische Lymphatische Leukämie (CLL): Die CLL ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems und tritt in den meisten Fällen nach dem 50. Lebensjahr auf. Die entarteten Zellen finden sich in lymphatischen Organen wie Knochenmark, Lymphknoten oder Milz auf und sind auch im Blut nachweisbar.
Chronische Myeloische Leukämie (CML): Bei der CML findet eine starke Vermehrung von myeolischen weißen Blutkörperchen statt.
Neben einem ausführlichen Anamnesegespräch wird eine allgemeine körperliche Untersuchung vorgenommen. Unter anderem werden die Lymphknoten sowie der Bauch abgetastet, um eventuelle Vergrößerungen von Milz oder Leber feststellen zu können. Da es bei Leukämie in der Regel auch keine feste Tumorbildung gibt, die man etwa durch Ertasten feststellen könnte, werden bei Verdacht auf Blutkrebs verschiedene Labortests durchgeführt. Am wichtigsten ist dabei die Untersuchung des Blutbildes. Diese gibt Auskunft über das Verhältnis der eigenen Blutbestandteile. Bei einer Leukämie ist die Zahl der gesunden Blutzellen, das heißt der weißen Blutkörperchen, der roten Blutkörperchen sowie der Thrombozyten meist verringert.
Bei vielen (aber nicht allen) Leukämien treten die Leukämiezellen aus dem Knochenmark in die Blutbahn über. In diesem Fall ist die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen meist erhöht, da sich die Leukämiezellen aus Vorläuferzellen gesunder weißer Blutkörperchen entwickeln und somit zu den weißen Blutkörperchen gezählt werden. Die erhöhten weißen Blutkörperchen im Blut von Leukämiepatient*innen setzen sich somit aus einem verminderten Teil gesunder weißer Blutkörperchen und einem größeren Teil krankhafter Leukämiezellen zusammen. Wenn die Leukämiezellen nicht ins Blut übertreten, kann die im Blut feststellbare Verminderung der gesunden Blutzellen auch zahlreiche andere Ursachen haben. Daher kann in diesen Fällen die Diagnose Leukämie nur durch eine Punktion des Knochenmarks erfolgen. Hierzu erfolgt in Kurznarkose eine Biopsie des Hohlraums des Beckenknochens: Das Innere von Knochen besteht aus einem Gerüst von Knochenbälkchen. Dieses wird durch ein feines Netz von Blutgefäßen durchzogen, zwischen denen ein spezialisiertes Binde- und Stammzellgewebe liegt, das sogenannte Knochenmark. Das Knochenmark ist der Ort der Bildung von gesunden Blutzellen und bei an Leukämie erkrankten Personen auch der Ort der Bildung der krankhaften (Leukämie-)Zellen. Wenn man das Knochenmark untersucht, kann man eine Leukämie eindeutig diagnostizieren. Zudem werden weitere Spezialuntersuchungen (Immunphänotypisierung, Zytogenetik, molekulargenetische Untersuchungen) angeschlossen, um die optimale Behandlung festlegen zu können. Besteht der Verdacht, dass auch ein Befall des Zentralnervensystems (Gehirn, Rückenmark) vorliegt, muss zusätzlich eine Punktion des Nervenwassers (Liquor) durchgeführt werden. Um festzustellen, ob auch Organe im Bauchraum betroffen sind, kommt eine Computertomographie zum Einsatz.
Bei der Behandlung von Leukämien steht die Durchführung einer medikamentösen Therapie im Vordergrund.
Bei akuten Leukämien ist dies oftmals eine klassische Chemotherapie. Auch eine Stammzellentransplantation kann bei entsprechender Indikation durchgeführt werden.
Bei chronischen Leukämien kommen heutzutage zielgerichtete Medikamente (Antikörper, Tyrosinkinaseinhibitoren) zum Einsatz. Dr. Clemens Dormann erklärt im Video, welche Behandlungsmethoden es für die chronische Leukämie gibt.
Die strukturierte Nachsorge erfolgt zum individuell definierten Zeitpunkten in Abhängigkeit vom Erkrankungstyp, der Therapie, des Allgemeinzustandes und einer möglichen Studienteilnahme.