Der Begriff Leukämie bezeichnet verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, die umgangssprachlich als Blutkrebs bezeichnet werden. Bei allen Leukämien entstehen im Knochenmark entartete weiße Blutkörperchen (Leukozyten). Anders als gesunde Zellen vermehren sich diese Leukämiezellen unkontrolliert und verdrängen die normale Blutbildung. Die Folgen sind Blutarmut, eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine verstärkte Blutungsneigung.
Man unterscheidet akute und chronische Leukämien sowie – je nach Ursprungszelle – myeloische und lymphatische Formen. Die vier Hauptformen sind die akute myeloische Leukämie (AML), die akute lymphatische Leukämie (ALL), die chronische myeloische Leukämie (CML) und die chronische lymphatische Leukämie (CLL). Akute Leukämien entwickeln sich rasch und müssen sofort behandelt werden, chronische Formen verlaufen oft über Jahre langsam und werden häufig zufällig entdeckt.
Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut wurde im Jahr 2022 in Deutschland bei rund 13.500 Menschen eine Leukämie diagnostiziert, gut vier Prozent davon waren Kinder unter 15 Jahren. Etwa einer von 64 Männern und eine von 90 Frauen erkrankt im Laufe des Lebens an einer Leukämie. Die häufigste Form ist die chronische lymphatische Leukämie (CLL) mit rund 38 Prozent der Neuerkrankungen.
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Bei vielen akuten Leukämien und bei einem Rückfall gehören eine Hochdosis-Chemotherapie und eine Stammzelltransplantation zur Behandlung. Je nach Situation werden dabei eigene (autologe) oder fremde (allogene) Blutstammzellen übertragen. Diese Therapie bietet große Heilungschancen, fordert den Körper aber stark. In den Monaten danach sind Kraft, Ausdauer und Immunabwehr oft deutlich eingeschränkt.
Wenn Sie eine Anschlussheilbehandlung nach Hochdosis-Chemotherapie und autologer oder allogener Stammzelltransplantation in der Habichtswald Reha-Klinik durchführen, betreut Sie ein speziell geschultes Ärzte- und Therapeutenteam. Weil eine enge Abstimmung zwischen dem Sie versorgenden Zentrum und unserer Klinik notwendig ist, erfolgt die Aufnahme nach individueller Absprache mit unserer Aufnahmeärztin bzw. unserem Aufnahmearzt.
Der Wiederaufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit erfolgt behutsam und in kleinen Schritten. Training und Therapien werden an Ihre Tagesform und Ihre Belastbarkeit angepasst. Auch die Ernährung berücksichtigt die speziellen Erfordernisse nach einer Transplantation. So können Sie wieder Zutrauen in Ihren Körper gewinnen, ohne ihn zu überfordern.
Auch seelisch ist die Zeit nach der Transplantation oft herausfordernd. Die Erleichterung über den Abschluss der intensiven Therapie mischt sich mit der Sorge vor einem Rückfall oder vor Spätfolgen. Unsere Psychoonkologinnen und Psychoonkologen begleiten Sie dabei, diese Erfahrungen zu verarbeiten und Zuversicht für den weiteren Weg zu entwickeln.

Leukämien entstehen, wenn sich Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen im Knochenmark genetisch verändern und unkontrolliert vermehren. Anders als bei vielen anderen Krebsarten bildet sich dabei in der Regel kein fester Tumor. Die Leukämiezellen breiten sich stattdessen im Knochenmark aus, gelangen häufig ins Blut und können auch Lymphknoten, Milz, Leber oder das zentrale Nervensystem befallen.
Bei den meisten Betroffenen lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Als mögliche Risikofaktoren gelten:
Akute Leukämien verursachen meist innerhalb weniger Wochen deutliche Beschwerden, chronische Formen bleiben dagegen oft lange unbemerkt. Mögliche Anzeichen sind:
Bei der Behandlung von Leukämien steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Sie richtet sich nach Form, Risikoprofil und Allgemeinzustand:
Die strukturierte Nachsorge erfolgt zu individuell festgelegten Zeitpunkten, abhängig von Leukämieform, Therapie, Allgemeinzustand und einer möglichen Studienteilnahme:
Ein ganzheitlicher Ansatz, der körperliche und psychische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, kann die Lebensqualität nach einer Leukämie deutlich verbessern. Eine onkologische Rehabilitation ist dabei ein wichtiger Baustein.
Blutkrebs (Leukämie)
