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Brustkrebs und Lebensqualität: Ernährung, Bewegung und Selbstpflege

Gesunde Gewohnheiten: So können eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, Nebenwirkungen während der Krebsbehandlung zu lindern, Kraft zu schöpfen und die Lebensqualität zu verbessern.

Veröffentlicht am 13. Oktober 2025

Frau hält pinke Schleife vor ihren Brustkorb

Die Rolle des Lebensstils bei Krebserkrankungen

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben schlagartig. Nach dem ersten Schock wächst bei vielen Betroffenen der Wunsch, neben der medizinischen Behandlung selbst etwas zur eigenen Gesundheit beizutragen. Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und bewusste Selbstfürsorge sind zentrale Bausteine, die Körper und Psyche während der Brustkrebs-Behandlung stärken können. Ein gesunder Lebensstil kann nicht nur den Therapieverlauf positiv beeinflussen, sondern auch das Wohlbefinden steigern, Nebenwirkungen lindern und neue Zuversicht im Umgang mit der Erkrankung schenken. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie mit alltagstauglichen Maßnahmen Ihre Genesung nach der Brustkrebs-Diagnose aktiv unterstützen und Ihre Lebensqualität nachhaltig verbessern können.

Ernährungsberatung in der Habichtswald Reha-Klinik

Ernährung bei Brustkrebs – darauf können Sie achten

Von sogenannte Krebsdiäten ist abzuraten. Diese sind meistens wenig sinnvoll und können im schlimmsten Fall sogar gefährlich werden. Gerade während der Behandlung braucht der Körper viel Energie, um sich zu regenerieren. Dennoch spielt die Ernährung bei Brustkrebs eine wichtige Rolle: Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung kann den Körper stärken, den Genesungsprozess positiv unterstützen und helfen, mögliche Nebenwirkungen der Therapie zu reduzieren. Wichtig ist aber: Eine gesunde Ernährung ersetzt keine medizinische Behandlung, sie kann diese lediglich sinnvoll ergänzen.

Dem Körper etwas Gutes tun 

Um den Körper während der Brustkrebs-Behandlung bestmöglich zu unterstützen, spielt eine nährstoffreiche Ernährung eine zentrale Rolle. Grundsätzlich gilt, wer sich darmgesund und antientzündlich ernährt, stärkt den Organismus und vermeidet zusätzliche Belastungen. Wenn Sie selbst kochen, achten Sie auf eine schonende Zubereitung der Speisen, etwa durch Dämpfen oder Dünsten statt starkes Kochen oder Braten. So bleiben wichtige Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Während der Behandlungszyklen ist leichte Kost aus gut verdaulichen Lebensmitteln in der Regel eine gute Wahl. Setzen Sie auf vollwertige, nährstoffreiche Lebensmittel setzen, die dem Körper Vitamine, Mineralstoffe und Nährstoffe liefern. Außerdem können antioxidantienreiche Lebensmittel dabei helfen, freie Radikale zu neutralisieren, Zellschäden zu verhindern und das Immunsystem zu stärken. Ballaststoffe, die in Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten sind, fördern eine gesunde Verdauung – ein wichtiger Faktor, insbesondere bei Magen-Darm-Belastungen durch die Therapie.

Unter anderem empfehlenswerte Lebensmittel im Rahmen der Ernährung bei Brustkrebs sind:

  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte z. B. Linsen oder Kichererbsen
  • Verschiedene Sorten frisches Obst und Gemüse
  • Walnüsse, Mandeln
  • Chiasamen, Leinsamen
  • Hochwertige Eiweißquellen wie Tofu, Fisch, mageres Fleisch, Quark oder Joghurt

Darüber hinaus ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr essenziell. Sie unterstützt Entgiftungsprozesse und hilft dem Stoffwechsel. Ideal sind stilles Wasser und ungesüßte Kräutertees. Zuckerhaltige Getränke und Alkohol sollten hingegen vermieden werden – sie belasten den Körper zusätzlich und können das Immunsystem schwächen.

Mit krankheits- oder therapiebedingten Appetitveränderungen umgehen

Während der Krebsbehandlung treten nicht selten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall und damit Veränderungen im Essverhalten auf. Viele Betroffene verlieren im Zuge dessen ungewollt an Gewicht. Um den Körper auf dem Weg der Genesung optimal zu unterstützen, ist es jedoch wichtig, einer Mangelernährung vorzubeugen und ein gesundes Körpergewicht anzustreben bzw. zu halten, damit die Behandlung besser vertragen wird.

Wenn der Appetit nachlässt, können kleine Helfer wie klare Brühe, Ingwer, Zitrusfrüchte oder leicht verdauliche Speisen wie Joghurt und Obstmus appetitanregend wirken. Bei Übelkeit können Sie beruhigende Teesorten wie Kamille, Pfefferminz, Melisse oder Ingwer trinken. Auch leichtes Gebäck wie Zwieback oder Salzstangen ist dann oft besser verträglich als schwere Mahlzeiten. Tritt Durchfall auf, ist es ratsam, auf besonders magenfreundliche Lebensmittel wie Möhrenpüree, Reis oder Haferflocken zu setzen. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören und Ihre Ernährung behutsam an seine Signale anpassen.

Sollte es Ihnen schwerfallen, während der Brustkrebsbehandlung eine ausgewogene Ernährung einzuhalten, kann der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln eine sinnvolle Unterstützung sein – allerdings nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Einige Präparate können mit Medikamenten in Wechselwirkung treten und deren Wirkung entweder abschwächen oder verstärken.

Physiotherapie bei Polyneuropathie

Sport bei Brustkrebs – wenn es guttut

Die emotionale Belastung einer Krebserkrankung, verminderte körperliche Aktivität und Nebenwirkungen der Therapie können aber auch dazu führen, dass Betroffene an Gewicht zunehmen. Ein Übergewicht wiederum kann sich ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirken. Bewegung wirkt nicht nur dem entgegen: Sport bei Brustkrebs kann auch helfen, therapiebedingte Nebenwirkungen zu lindern, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und das Selbstvertrauen zu stärken – all das trägt entscheidend zur Lebensqualität bei.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist daher in allen Phasen einer Brustkrebserkrankung sinnvoll – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Allerdings immer nur, wenn es der Gesundheitszustand erlaubt. Bewegung kann individuell angepasst werden und muss nicht leistungsorientiert sein. Schon sanfte Aktivitäten wie Spazierengehen, Radfahren, Yoga oder leichtes Krafttraining können positive Effekte haben – insbesondere an der frischen Luft. 

Sport kann sowohl allein als auch in der Gruppe ausgeübt werden. Für viele Frauen mit Brustkrebs ist Bewegung in der Gemeinschaft besonders wertvoll. Gerade während oder nach einer Brustkrebserkrankung kann gemeinsames Training helfen, sich weniger allein zu fühlen. In der Gruppe entsteht oft ein Gefühl von Zusammenhalt – man motiviert sich gegenseitig, kommt auf andere Gedanken und hat wieder mehr Spaß an Bewegung. Das kann guttun und neue Kraft geben.

Weitere Tipps zu Selbstpflege 

Neben einer bewussten, ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung können auch andere Alltagsstrategien helfen, das Wohlbefinden zu fördern und die Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern – sowohl während der Brustkrebs-Behandlung als auch in der Nachsorge. Maßnahmen für das seelische Gleichgewicht, wie Achtsamkeitsübungen, Meditation oder Entspannungstechniken, können helfen, besser mit Stress und der Erkrankung umzugehen. Auch körperliche Selbstfürsorge ist wichtig, zum Beispiel eine sanfte, regelmäßige Hautpflege, besonders wenn die Haut durch die Therapie empfindlich ist. Das soziale Umfeld spielt ebenfalls eine große Rolle: Zeit mit Menschen zu verbringen, die guttun, schöne Momente zu erleben oder sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Betroffenen auszutauschen, kann emotionale Unterstützung geben und das Gefühl von Verbundenheit stärken.

Egal ob Ernährung, Sport oder andere Formen der Selbstfürsorge – das Ziel bleibt immer, den Körper bei der Genesung bestmöglich zu unterstützen und das persönliche Wohlbefinden sowie eine gute Lebensqualität zu fördern.

Onkologische Therapieangebote in der Habichtswald Reha-Klinik

In der Habichtswald Reha-Klinik stehen vielfältige Therapieangebote im Bereich der Onkologie zur Verfügung – sowohl begleitend zur laufenden Chemotherapie als auch nach Abschluss der primären Behandlung bei Brustkrebs. Ziel ist es, Nebenwirkungen zu lindern, die körperliche Belastbarkeit zu stärken und den allgemeinen Gesundheitszustand nachhaltig zu stabilisieren. Die onkologische Abteilung bietet dafür ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Neben der medizinischen Betreuung werden ergänzende Maßnahmen wie Ernährungsberatung sowie Sport- und Bewegungstherapie gezielt eingesetzt, um die Genesung bestmöglich zu unterstützen und die Lebensqualität zu fördern.

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