Lymphdrainage

Lymphdrainage Behandlung und Massage

Was ist eine Lymphdrainage?

Eine Lymphdrainage ist eine spezielle Behandlung, bei der durch gezielte, druckarme Gewebsverschiebungen der Abfluss der Lymphflüssigkeit angeregt wird. Neben apparativen Verfahren ist vor allem die manuelle Lymphdrainage besonders wichtig. Sie wird in der Regel von speziell geschulten Physiotherapeuten mit den Händen durchgeführt. Durch sanfte, überwiegend kreisförmige Grifftechniken entstehen leichte Dehnreize im Gewebe. Diese regen den Lymphabfluss an und tragen dazu bei, angestaute Flüssigkeit abzubauen und das Gewebe zu entstauen.

Ödemtherapie vs. Lymphdrainage

Oft werden die Begriffe Ödemtherapie und Lymphdrainage gleichgesetzt, tatsächlich besteht jedoch ein Unterschied. Die Ödemtherapie beschreibt den übergeordneten Behandlungsansatz. Die (manuelle) Lymphdrainage ist dabei ein wichtiger Bestandteil, aber nur eine von mehreren Maßnahmen. Im Rahmen der Ödemtherapie wird die Lymphdrainage häufig mit weiteren Behandlungen kombiniert, zum Beispiel mit maßgefertigter Kompressionsbestrumpfung oder Bandagierung sowie spezieller Bewegungstherapie. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt von der individuellen Situation und dem Ausmaß des Ödems ab.

In der Regel wird empfohlen, die Lymphdrainage regelmäßig, oft mehrmals pro Woche, durchzuführen. Ergänzend sollte darauf geachtet werden, während der Behandlungsphase auf stark durchblutungsfördernde Anwendungen wie klassische Massagen, intensive Wärmeanwendungen oder Saunagänge zu verzichten, da diese die Beschwerden verstärken können.

Einsatzbereiche der Lymphdrainage

Die Lymphdrainage wird nicht zur Prohpylaxe eingesetzt, kann jedoch bei verschiedenen Erkrankungen sehr wirksam sein. Häufig kommt sie zum Einsatz bei:

  • Primären Lymphödemen (angeborene Fehlanlage des Lymphsystems)
  • Sekundären Lymphödemen z. B. nach operativen Eingriffen oder Bestrahlungen
  • Nach bestimmten Krebserkrankungen 
  • Bei speziellen Erkrankungen wie Ulcus cruris (chronische Unterschenkelwunden)

Häufig nicht empfohlen wird die Lymphdrainage bei bestimmten Vorerkrankungen. Dazu zählen vor allem fieberhafte oder entzündliche Erkrankungen, da der Körper in diesen Fällen bereits stark belastet ist. Auch bei einer ausgeprägten Rechtsherzinsuffizienz oder einer akuten Thrombose sollte auf die Behandlung verzichtet werden. Bei bösartigen Erkrankungen ist besondere Vorsicht geboten, hier sollte eine Lymphdrainage nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Die Rolle von Lymphdrainagen bei Krebsbehandlungen

Insbesondere Tumorerkrankungen und deren Behandlung kann es häufig zu Lymphödemen kommen. Oft werden diese durch operative Eingriffe oder durch die Bestrahlung verursacht, da dabei das Lymphsystem geschädigt und der Abfluss der Lymphflüssigkeit gestört werden kann.

Gerade in diesem Zusammenhang ist die Lymphdrainage besonders wichtig, da sie gezielt dabei helfen kann, den gestörten Lymphfluss zu unterstützen, Schwellungen zu reduzieren, unangenehme Spannungsgefühle zu lindern und die Beweglichkeit zuverbessern. 

Daher ist die Lymphdrainage häufig ein zentraler Bestandteil eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts bei Krebserkrankungen. Neben der hauptsächlichen Tumortherapie trägt sie dazu bei, Folgen der Behandlung wie Lymphödeme gezielt zu lindern. Ergänzend kommen meist Maßnahmen wie Bewegungstherapie und eine angepasste Hautpflege zum Einsatz, um den Heilungsprozess optimal zu unterstützen, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität während und nach der Krebsbehandlung zu verbessern.

Ablauf einer Lymphdrainage

Je nach Beschwerdebild kann die Lymphdrainage an unterschiedlichen Körperregionen angewendet werden, am häufigsten an Armen, Beinen, im Gesicht oder im Rumpfbereich. Die Behandlung erfolgt meist in entspannter Liegeposition. 

In der Regel werden zunächst zentrale Lymphknotenbereiche aktiviert, bevor die betroffenen Regionen behandelt werden. Der Therapeut arbeitet dabei mit sanften, rhythmischen und kreisförmigen Grifftechniken, um den Lymphfluss gezielt anzuregen und die angestaute Flüssigkeit langsam abzuleiten. Eine Sitzung dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten, abhängig vom betroffenen Bereich und der individuellen Situation.

Nach der Behandlung ist es wichtig, ausreichend zu trinken, da dies den Abtransport der Flüssigkeit zusätzlich unterstützt. Auch Bewegung kann den Effekt der Therapie fördern. Falls verordnet, sollte zudem die Kompression konsequent weitergetragen werden, um den Behandlungserfolg zu stabilisieren.

Kann man Lymphdrainage selber machen?

Grundsätzlich ist die manuelle Lymphdrainage eine spezielle Therapie, die von geschulten Therapeuten durchgeführt werden sollte. Die Grifftechniken sind genau auf den Verlauf der Lymphbahnen abgestimmt, daher lässt sie sich nicht einfach vollständig selbst durchführen. Es gibt jedoch einfache Maßnahmen, mit denen Betroffene den Lymphfluss im Alltag unterstützen können:

  • Leichte, sanfte Selbstgriffe (nach Anleitung durch Fachpersonal)
  • Regelmäßige Bewegung, z. B. Spazierengehen oder spezielle Übungen
  • Tragen von verordneter Kompression
  • Ausreichend trinken

Wer ein Lymphödem hat, sollte sich zunächst professionell anleiten lassen, bevor er selbst aktiv wird. So wird sichergestellt, dass die Maßnahmen sinnvoll sind und keine Verschlechterung entsteht.