Das Multiple Myelom, häufig auch Plasmozytom genannt, ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Dabei vermehren sich entartete Plasmazellen unkontrolliert und bilden große Mengen eines funktionslosen Antikörpers, das sogenannte Paraprotein oder M-Protein. Es lässt sich im Blut und/oder Urin nachweisen. Die Myelomzellen verdrängen die gesunde Blutbildung und schädigen die Knochen, was zu Schmerzen, Blutarmut, Infektanfälligkeit und Nierenproblemen führen kann.
Das Multiple Myelom ist in der Regel nicht heilbar, lässt sich heute aber sehr wirksam behandeln. Moderne Medikamente, Antikörpertherapien und die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation ermöglichen vielen Betroffenen lange Phasen mit gut kontrollierter Erkrankung. Ziel der Behandlung ist es, die Krankheit zurückzudrängen, Beschwerden zu lindern, Komplikationen vorzubeugen und die Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Nach Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten in Deutschland zuletzt rund 3.790 Männer und 2.730 Frauen pro Jahr neu an einem Multiplen Myelom. Unter den Blutkrebserkrankungen ist es damit eine der häufigsten. Die meisten Betroffenen sind bei der Diagnose älter als 70 Jahre, Erkrankungen vor dem 45. Lebensjahr sind sehr selten. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 56 % (Männer) bzw. 58 % (Frauen).
Aufnahme
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zur Aufnahme und Kostenübernahme für Ihren Aufenthalt in der Habichtswald Reha-Klinik in Kassel.
Ansprechpartner

Das geschulte Team unserer Patientenverwaltung in der Habichtswald Reha-Klinik in Kassel berät Sie kompetent und persönlich zu Fragen bezüglich Aufnahme, Kostenübernahme oder Ihrem Aufenthalt.
Sie erreichen uns telefonisch : 0561 / 3108 - 700
Mo. - Do. 8:00 - 16:00 und Fr. 8:00 -14:00
Klicken Sie auf "Jetzt kontaktieren", um sofort erste Informationen zu erhalten!
Viele Menschen mit Multiplem Myelom erhalten im Rahmen der Erstbehandlung eine Hochdosistherapie mit anschließender autologer Stammzelltransplantation. Diese Therapie ist sehr wirksam, fordert den Körper aber stark. In den Wochen danach sind Kraft, Ausdauer und Immunabwehr oft deutlich eingeschränkt, und das Blutbild erholt sich nur langsam. Eine Anschlussheilbehandlung hilft, diese Phase sicher zu überbrücken.
Der Wiederaufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit erfolgt behutsam und in kleinen Schritten. Ausdauer- und Krafttraining werden an Ihre Tagesform, Ihre Blutwerte und eine mögliche Knochenbeteiligung angepasst. So können Sie wieder Vertrauen in Ihren Körper gewinnen, ohne ihn zu überfordern. Gleichzeitig lernen Sie, mit Ihren Energiereserven im Alltag gut hauszuhalten.
Auch seelisch ist die Zeit nach der Transplantation oft herausfordernd. Die Erleichterung über den Abschluss der intensiven Therapie mischt sich mit der Frage, wie es weitergeht, etwa mit einer Erhaltungstherapie. Unsere Psychoonkologinnen und Psychoonkologen begleiten Sie dabei, diese Erfahrungen zu verarbeiten und Zuversicht für den weiteren Weg zu entwickeln.

Das Multiple Myelom entsteht aus Plasmazellen, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die normalerweise Antikörper zur Infektabwehr bilden. Durch genetische Veränderungen entsteht ein bösartiger Zellklon, der sich im Knochenmark ausbreitet, oft an mehreren Stellen gleichzeitig. Daher stammt der Name „multipel“. Tritt nur ein einzelner Herd auf, spricht man von einem solitären Plasmozytom. Nach WHO-Klassifikation zählt das Multiple Myelom zu den B-Zell-Lymphomen.
Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Diskutiert werden verschiedene Faktoren:
Einem Multiplen Myelom geht fast immer eine monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) voraus. Dabei ist bereits ein Paraprotein nachweisbar, es bestehen aber keine Beschwerden. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen entwickelt später ein Myelom. Bei einem schwelenden (smoldering) Myelom ist der Anteil der Myelomzellen höher, Organschäden fehlen jedoch noch. Beide Vorstufen werden regelmäßig ärztlich kontrolliert, eine gezielte Vorbeugung ist bisher nicht bekannt.
In frühen Stadien verursacht das Multiple Myelom oft keine Beschwerden. Typische Anzeichen im Verlauf sind:
Die Behandlung erfolgt vor allem medikamentös und wird individuell an Alter, Allgemeinzustand und Krankheitsverlauf angepasst:
Da das Multiple Myelom meist chronisch verläuft, ist eine engmaschige Nachsorge besonders wichtig:
Ein ganzheitlicher Ansatz, der körperliche und psychische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, kann die Lebensqualität mit einem Multiplen Myelom deutlich verbessern. Eine onkologische Rehabilitation ist dabei ein wichtiger Baustein.
Multiples Myelom (Plasmozytom)
